Erster Día de Muertos

Die Veranstaltung "Día de Muertos 2020" (DDM2020) in der "Reformierten Citykirche offener St. Jakob" begann am Montag, 26. Oktober 2020 mit der kollektiven Kunstausstellung "Memorias y sentimientos", an der 22 Künstler verschiedener Nationalitäten teilnahmen. Verschiedene Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotos und digitale Kunstwerke setzten sich mit dem Tod und der Würdigung des Lebens auseinander.

Verschiedene Programmpunkte des DDM2020 mussten aufgrund der Covid19 Massnahmen abgesagt oder verschoben werden. Darunter auch die Ausstellungs-Vernissage vom 28. Oktober wie die kulturelle Hauptveranstaltung vom 31. Oktober, an welcher verschiedene Tänze und Konzerte aufgeführt worden wären. Die geplante Filmreihe "Siempre Viva" und die Podiumsdiskussion mit Teilnehmern aus Kolumbien, El Salvador und Mexiko mussten ebenfalls verschoben werden.

Ein zentraler Brauch der Feierlichkeiten des Día de Muertos sind die Altare, sie erzählen die Geschichten der Verstorbenen. Die Altare werden nach traditionellen Richtlinen aufgebaut um den Seelen den Weg in die himmlischen Dimensionen zu erleichtern. 

Der diesjährige Hauptaltar in der imposanten atmosphäre der Kirche wurde den TEKIO aufgebaut und verschiedenen Gruppen gewidmet. So wurden Bilder und Erinnerungsstücke von Mädchen, Jungen und Frauen aus Lateinamerika aufgebaut, die in Ihrer Heitamt Opfer von Gewalt wurden. Ebenfalls wurde an die Opfer der Umweltschützer und Bauern erinnert, die ihr Leben der Feldarbeit gewidmet haben oder die wegen ihres Kampfes um die natürlichen Ressourcen ermordet wurden. Verschiedene Besucher der Ausstellung steuerten persönliche Erinnerungsstücke von Familienmitgliedern oder Bekannten bei, um Ihr Leben zu feiern. 

Am Samstag, 31. Oktober, wurden zusätzlich fünf Altäre in der Kirche aufgestellt: "La Monarca", huldigte weltbekannten Köchen (Männern und Frauen); "La Guadalupana", ein Laden für Mexikanische Produkte in Zürich, stellte sich im Rahmen dieser Feier selbst vor; "Front Rowolution!", ein nachhaltiges Modegeschäft widmete seinen Altar den Mitgliedern Familie der Besitzern. "Radio LoRa" erinnerte an Gründer, Aktivisten, Produzenten und Stimmen des Senders. Die kolumbianische Tanzgruppe "Leyendas del Caribe" gedachte der Menschen, die wegen ihres Aktivismus in Kolumbien getötet wurden.

Am Nachmittag wurde eine Wirarika-Zeremonie abgehalten und die Künstlerin Chiqui Corredor erzählte Kurzgeschichten zum Thema "Yo soy la muerte". Barfuss Kollektiv trug Jarocho-Lieder in der zauberhaften Atmosphäre voller Farben und Dekorationen im mexikanischen Stil vor. 

Während acht Tagen konnten die Besucher den Ausstellungen beiwohnen und dadurch die Kultur dieses Festes kennenlernen. Viele kannten zuvor diese Bräuche nicht und waren begeistert von der farbenfrohen Würdigung des Lebens und hatten viele Fragen und Kommentäre zur der Veranstaltung. Die positiven Rückmeldungen bekräftigten die Initiative von TEKIO, die Mexikanische und Lateinamerikanische Kultur hier zu präsentieren.

Diese erste durchführung des Día de Muertos in Zürich war nur möglich, durch die grosszügige Mitarbeit von Freiwilligen, den Mitgliedern von TEKIO und der vielen Künstler, die ihre Werke und Altare zur Verfügung gestellt haben.

Besonderer Dank gilt der "Reformierten Citykirche offener St. Jakob" für den Raum, die Geduld und die Freundlichkeit, die sie mit uns geteilt haben. Vielen Dank an alle Beteiligten, die uns unterstützt haben und an diejenigen, die uns besucht haben und uns ermutigen, weiterhin KULTUR, KUNST und IDENTITÄT zu präsentieren.